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Das postfossile Zeitalter

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Die KfW berichtet in der Ausgabe Nr. 49 (August 2011) der „Akzente“ über die Energiewende. Wenn man das liest, kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Man fragt sich unwillkürlich, welche Folgen diese Energiewende für die Menschen in Deutschland hat.

Unter der Überschrift „Energiewende in Deutschland – Ein Einstieg in das Postfossile Zeitalter?“ berichtet die KfW – insoweit das Sprachrohr der Bundesregierung: Entscheidender Eckpunkt der deutschen Energiepolitik ist die Zielsetzung, bis zum Jahr 2050 den Endergiebedarf überwiegend mit Erneuerbaren Energien zu decken. Die Umsetzung kann nicht allein Staatsaufgabe sein. Viel mehr sind Unternehmen und private Haushalte gefordert, ihre Produktions- und Verhaltensmuster anzupassen.

Große Energieeinsparpotentiale werden derzeit vor allem aufgrund von Informationsdefiziten und finanziellen Restriktionen nicht erschlossen. Dies gilt besonders für den Gebäudebereich, denn 24 Mio. Wohneinheiten gelten in Deutschland als energetisch sanierungsbedürftig. Für die Umsetzung der Energiewende in dem bisher beschlossenen Ausmaß ist bis 2020 von einem mittleren jährlichen Investitionsbedarf von etwa 25 Mrd.  Euro auszugehen. Fast möchte man meinen, Peanuts angesichts der Milliardenbeträge die zur Sanierung der klammen Eurostaaten aufgebracht werden.

Nun ja, der größte Teil der geforderten Investitionen soll von den Gebäudeeigentümern und deren Mietern aufgebracht werden. Diese sollen wohl mit „zinsgünstigen“ Darlehen verleitet werden, die geforderten Investitonen durchzuführen, wobei man ganz klar sehen muß: Zinsgünstig sind die KfW-Darlehen nur in der Zeit der Zinsbindung! Was danach kommt, ist unsicher, grundsätzlich gilt dann der Kapitalmarktzins.

(c) Gerd Altmann /PIXELIO

Wir haben große Bedenken, daß Staat, Unternehmen und Private in eine riesige Verschuldung getrieben werden. Die Folgen kann man an Griechenland derzeit gut beobachten. Und es besteht die Gefahr, daß die geforderten Investitonen dazu führen, daß das Viertel der Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen um die Teilhabe am öffentlichen Leben gebracht wird, weil es noch mehr Geld für das Wohnen ausgeben  muß, wie es der Präsident des GdW kürzlich formuliert hat. Ob wir uns das leisten können?